BARCELONA

Unterwegs in Katalonien

 METROPOLE DER 

 EXTRAKLASSE? 

Die katalanische Hauptstadt im Nordosten Spaniens ist bekannt für ihre Kunsthandwerke, kulinarische Vielfalt und ihre Architektur. Die drei Millionen Metropole ist eines der beliebtesten Ferienziele Europas und wird jährlich von einer Vielzahl Touristen angesteuert. Der kosmopolitische Groove und die kulturelle Vielfalt sind weitere Merkmale, welche diese Stadt absolut sehenswert machen.

  • Die katalanische Metropole zieht jährlich zig Millionen Touristen an.

 El Raval 

Im Stadtviertel El Raval – einem der am dichtesten besiedelten Stadtteile – reihen sich Restaurants verschiedenster kulinarischer Ausrichtungen. Im multikulturellsten Teil der Metropole sind etwa 50 % der Einwohner*innen aus rund 140 verschiedenen Nationen zu Hause. El Raval ist bunt, pulsierend, abwechslungsreich. Zentral gelegen in der Altstadt und seit einigen Jahren aufgehübscht mit hippen Bars und Museen moderner Kunst.

Doch das ehemalige Armenviertel hat auch seine Schattenseiten. Durch die Kunst-Museen und fancy Bars sind die Immobilienpreise seit der Jahrtausendwende in Höhe geschnellt. Gentrifizierung ahoi!

 Obdachlosigkeit 

Die Obdachlosigkeit ist omnipräsent. An zahlreichen Ecken liegen Kartonfetzen, auf denen genächtigt wird und zahlreiche Menschen fragen nach Geld und um Unterstützung. Viele Menschen auf der Strasse sind obdachlose Geflüchtete, die in Europa eine Zukunft aufbauen möchten. Andere sind nach einem negativen Asylentscheid im Norden zurück an die Aussengrenze Europas gereist, in der Hoffnung im linksgerichteten Land eine Chance zu bekommen. So auch die zwei 14 jährigen Marokkaner – Ali und Mohammed – die wir ganz alleine in den Strassen Ravals angetroffen haben. Kaum Kleider am Körper schlagen sie sich Tag für Tag unbeachtet der grossen Touristenmassen durch den Alltag. Doch auch gebürtige Spanier*innen sind von der Obdachlosigkeit betroffen und führen ein hartes Leben, das teilweise von Alkohol und Drogen bestimmt wird. Eine Zählung vom 17. Mai 2018 durch hunderte Freiwillige ergab, dass an diesem Tag allein in Barcelona 956 Menschen auf der Strasse übernachteten während weitere 2099 Menschen Zuflucht in einem Obdachlosen-Zenter fanden. Total lebten zu diesem Zeitpunkt also mindestens 3055 Menschen in Barcelona ohne Dach über dem Kopf.

Ein Leben ohne Obdach und fixes Einkommen kann Menschen aus allen Schichten treffen. Dahinter stecken immer  Geschichten von Individuen – Biografien voller Ereignisse, Tragik und Spannung. Lassen wir uns ernsthaft auf Bewohner*innen der Strasse ein, so erfahren wir viel über das Leben an sich und darüber, wie einige schlecht getimte Schicksalsschläge dieses von Kopf bis Fuss umkrempeln kann. Fühlt euch ermutigt, das Gespräch mit obdachlosen Menschen zu suchen. Oftmals sind bereits ein paar freundlich und ernstgemeinte Worte ein Zeichen der Anerkennung. Wer zudem noch ein paar Euros übrig hat oder direkt mit der Person das Nötigste einkaufen geht, leistet direkt Unterstützung. Es kann sich auch lohnen ortsansässige Organisationen zu unterstützen und zu kontaktieren, um mehr über die Situation zu erfahren. Am Beispiel von Barcelona wäre dies u.a die Organisation Arrels Fundacio

Quellen
http://www.catalannews.com/society-science/item/how-many-are-homeless-in-barcelona

© Copyright | Plusminus-stories.ch